Carpathia Cup 2015, Rzeszów

31 Jänner 2015

Wie schon letztes Jahr, haben wir uns heuer wieder für den Carpathia Cup in Rzeszów, Polen angemeldet. Das Turnier hat in Europa einen guten Ruf und ist dementsprechend groß. Beinahe 400 Teilnehmer aus 8 verschiedenen Ländern sind zum 31. Januar 2015 angereist, um an dem Turnier teilzunehmen. Von unserem Dojo haben sich Peter (-90kg), Petra (-65kg), Arslan (Oldboy +80kg) und Imam (geb. 2002, -45kg) entschlossen beim Turnier anzutreten und sind am Donnerstagabend schon losgefahren.

So gab es trotz einiger Schwierigkeiten mit der Hotelbuchung genug Zeit, um vor dem Turnier zu entspannen und die Anmeldung konnte bequem am Freitagabend erledigt werden. Nachdem das Team erfolgreich registriert war, hieß es eigentlich nur noch einmal kurz schlafen und dann am Samstag in der Früh beim Turnier starten. Eigentlich.

Denn durch den stärkeren Schneefall in der Nacht von Freitag auf Samstag kam es für mehrere Teams zu Anreise-Schwierigkeiten. Unser Team war um 9 Uhr in der Halle, da es auf der Ausschreibung hieß, das Turnier startet um halb 11. Als wir angekommen waren, konnten wir aufgrund der langen Anmeldeschlange schon sehen, dass sich halb 11 niemals ausgehen würde. Also erst mal einen Platz in der Halle sichern und warten. Turniere in dieser Größenordnung sind sehr schwer zu organisieren und man will den Teilnehmern nicht aufgrund von erschwerten Anreisebedingungen die Teilnahme verwehren, das können wir verstehen. Trotzdem hätten wir uns irgendeine Form von Ansage über die Verzögerungen auf Englisch gewünscht (bei Teilnehmern aus 8 verschiedenen Ländern, sind halt leider auch ein paar dabei, die nicht polnisch können).

Unser erster Teilnehmer, der schließlich startete, war Imam, nach einer Verzögerung von knapp 4 Stunden. Mit 36kg ist Imam in seiner Kategorie (-45kg) ein ziemliches Leichtgewicht, wovon er sich aber nicht entmutigen ließ. Er bearbeitete seinen Gegner mit Hiza-Geris, Mawashi-Geris und schönen Schlagkombinationen. Sein Gegner hielt aber ebenfalls gut dagegen und konnte Imam immer wieder nach hinten drängen. Die Schiedsrichter entschieden leider gegen Imam und er musste sich bereits nach der ersten Runde geschlagen geben.

Nach Imams Kampf hieß es wieder warten. Leider dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis die Ziehungen für die Erwachsenen fertig waren. Petra war von unseren Kämpfern als zweite an der Reihe und startete ihren Kampf um 17:45 Uhr. Ihre Gegnerin kämpfte hektisch und schob mehr als sie schlug. Es war sehr schwierig für Petra einen Rhythmus zu finden und für die Schiedsrichte war schieben in diesem Kampf scheinbar kein Foul. Nach einer Verlängerung entschieden die Schiedsrichter für die Polin, man hatte das Gefühl, sie wollten aufgrund der Verspätung einfach nur schnell mit dem Turnier vorankommen.

Gleich nach Petras Kampf folgte Arslan in der Oldboy-Kategorie (+35 Jahre). In dieser Kategorie starteten dieses Jahr nur 4 Wettkämpfer, somit war der erste Kampf gleich das Halbfinale. Die Kontrahenten lieferten sich einen harten Kampf. Gegen Ende schien der Gegner einfach nur mit allen Mitteln gewinnen zu wollen. Während Arslan den ersten (regelwidrigen) Schlag ins Gesicht noch wegsteckte, ging er beim zweiten zu Boden. Die Frage, wo getroffen wurde stellte sich für die Ärzte gar nicht, nachdem die Lippen völlig geschwollen und blutig waren. Nach einem kurzen Check durch die Ärzte, richtete sich Arslan mutig auf und sagte, er würde die letzte halbe Minute des Kampfes noch durchhalten. Der Kampf ging so heftig weiter, wie er vor der Unterbrechung aufgehört hatte und Sekunden vor dem Schluss wieder ein Schlag ins Gesicht. Die Schiedsrichter reagierten völlig richtig – bevor der Kampf regulär beendet werden konnte, wurde Arslans Gegner disqualifiziert. Bereits kurze Zeit später kam es zum Finale. Arslan war sichtlich noch angeschlagen vom vorherigen Kampf, versuchte aber dennoch sein Möglichstes um den Kampf für sich zu entscheiden. Am Ende verlor er den Kampf knapp, konnte sich aber dennoch über einen hart erarbeiteten 2. Platz freuen.

Zuletzt war nur noch Peter übrig. Der erste Kampf ging über die volle Zeit von zwei Minuten. Gegen die starken Lowkicks auf das hintere Bein konnte der Gegner keine Lösung finden und Peter gewann den Kampf eindeutig. Ab dem Halbfinale sollten die Kämpfe 3 Minuten dauern. Mit der Einstellung „Warum eine Taktik ändern, wenn sie funktioniert?“ ging Peter in den zweiten Kampf und begann wieder die Beine des Gegners mit Lowkicks zu bombardieren. Nach der Hälfte der Zeit wurde der Kampf vorzeitig beendet – Innen-Lowkick zu Waza-ari und gleich darauf noch einmal zu Ippon. Im Finale stand Peter dann Marek Odzeniak gegenüber, einem erfahrenen Kämpfer, der für das polnische Nationalteam schon zahlreiche Bewerbe bestritten hat. Peter versuchte keinen Respekt zu zeigen und hielt eigentlich sehr gut mit Marek mit. Kurz vor Ende passierte es dann leider: die Konzentration ließ nach, die Hände sanken immer öfter nach unten und Marek Odzeniak nutzte eine Lücke sofort für Do-Mawashi Kaiten-Geri. Der Treffer zum Kopf war hart und schickte Peter unsanft zu Boden. Der Kampf war damit gelaufen.

Mit zwei zweiten Plätzen und gemischten Gefühlen haben wir Rzeszów am nächsten Tag Richtung Wien verlassen. Natürlich haben sich die Veranstalter bemüht ein möglichst gutes Turnier für alle zu organisieren. Ein paar Durchsagen auf Englisch und bessere Organisation hätten wir uns in diesem Fall trotzdem gewünscht.

Osu!

Osu!

 


Copyright © 2011 www.kyokushinkarate.at. Alle Rechte vorbehalten.